Was bitte sind „Kreidezähne“?

30 Prozent der Zwölfjährigen haben eine Mineralisationsstörung des Zahnschmelzes (MIH).
Plastik-Spielzeug und Kinder-Quetschies in Plastik-Verpackungen stehen im Verdacht, die sogenannten „Kreidezähne“ zu verursachen.
„Kreidezähne“ bei Kindern und Jugendlichen sind ein junges Phänomen. Betroffen sind manchmal Milchzähne, vor allem aber die bleibenden Zähne. Sie sind gelb und braun verfärbt, weich und porös. Noch sind die Ursachen nicht eindeutig geklärt.
Die Erkrankung ist nicht erblich, sondern wird offensichtlich durch Umwelt und Ernährung ausgelöst. Dr. Helge Alfers betreut als Kinderzahnarzt in Mülheim betroffenen Familien. Er informiert zum Stand der Forschung: „Nach aktueller Forschungslage sind es Weichmacher, von denen ein Risiko ausgeht. Daher raten wir Eltern, Kunststoffe möglichst zu meiden. Das gilt für Spielzeug ebenso wie für Verpackungen.“
Besonders problematisch seien die sogenannten „Quetschies“: „Diese Nuckelbeutel mit Fruchtmus führen dazu, dass Kinder besonders lange Kontakt zur Kunststoffverpackung haben. Zudem schadet ein Übermaß von Fruchtsäure und -zucker den Zähnen.“
Eine Heilung gebe es derzeit nicht, und auch eine Therapie sei nur teilweise möglich. „Unsere Behandlung basiert auf regelmäßiger Prophylaxe für Kinder, meist mit Fluoridlack. Ergänzen können wir diese Therapie um eine Fissurenversiegelung. Später werden häufig Füllungen und Kronen notwendig.“

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