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Antibiotika-Resistenz vorbeugen

Antibiotika gelten seit langem als hilfreiche Therapieunterstützung bei entzündlich bedingtem Knochenabbau (Parodontitis). Dagegen stehen neuere Erkenntnisse, dass die Bakterien in den tiefen Zahnfleischtaschen resistent werden können, also durch Antibiotika nicht mehr abgetötet werden.

Die Poliklinik für Parodontologie der Universität Gießen wertete deshalb Befunde erkrankter Patienten aus einem Zeitraum von zwölf Jahren aus.
Dazu Drs. Raymond Metz: „Die Forscher wollten herausfinden, ob Alter, Rauchen oder vorherige Krankenhausaufenthalte erkennbare Auswirkungen auf Resistenzen haben.“

Acht wichtige, häufig eingesetzte Antibiotika wurden untersucht. „Zu den wichtigen Erkenntnissen gehört für uns, dass ältere Menschen viel häufiger resistent werden. Doch auch bei den Jüngeren bis zu 40 Jahren hat leider fast jeder Zehnte eine Resistenz entwickelt.“

Die Praxisklinik setzt deshalb weiterhin auf Vorbeugung: Denn wer keine Zahnfleischentzündung entwickelt, braucht auch keine Therapie mit Antibiotika. Dr. Michael Heller: „Unsere Prophylaxespezialistinnen zeigen jedem Patienten, wie sich Entzündungen vermeiden lassen. Die professionelle Zahnreinigung rückt regelmäßig verfestigten Belägen zu Leibe, damit sich dort keine gefährlichen Entzündungen bilden können.“

Die eigene Vorbeugung sei auch hier besser als eine spätere, möglicherweise aufwändige Therapie: „Antibiotika können Leben retten. Wir sollten sie deshalb sparsam und richtig einsetzen.“

Ausbildung zur „ZFA“

Sawan Khalaf-Hayi ZFA Praxisklinik Muelheim Ruhr
Kader Kurttekin ZFA Praxisklinik Muelheim Ruhr

Die Ausbildung zur zahnmedizinischen Fachangestellten ist begehrter denn je. Deshalb bilden wir in diesem Jahr direkt zwei junge Damen aus: Unsere neue Auszubildende Sawsan Khalaf-Hayi hat sich schon früh für Zahnmedizin interessiert und schätzt die freundschaftliche Zusammenarbeit in unserem Team. In ihrer Freizeit liest sie und hört Rapmusik. Sie spricht kurdisch und arabisch.

Ihre Mitauszubildende Kader Kurttekin arbeitet gerne mit Menschen und genießt den manchmal auch turbulenten Praxisalltag. Als sportlichen Ausgleich mag sie ihren aktiven Fitnesssport. Sie spricht türkisch.
Beide werden in den drei Ausbildungsjahren erfahren, wie vielfältig das Berufsbild ist. Grundlagen vermittelt die Berufsschule, die praktische Anwendung trainieren wir regelmäßig im Team miteinander.
Mehr zur Ausbildung zahnmedizinische Fachanstellte (ZFA)..

Aus unserem Team

Mit Semra Silahdar haben wir eine neue Kollegin gewonnen, die sich besonders für anspruchsvolle Aufgaben in unserer Zahnklinik begeistert. Die zahnmedizinische Fachangestellte schätzt die vielfältigen chirurgischen Behandlungen in der Oralchirurgie. „Ich finde es sehr reizvoll, dass ich hier ein wesentlich breiteres Aufgabenspektrum habe und mich fachlich noch einmal weiterentwickeln kann. Das haben andere Praxen in dem Umfang nur selten zu bieten.“

Den kollegialen Umgang im Team findet sie wichtig, um beste Leistungen zu bringen: „Das passt hier in der Praxisklinik perfekt.“ Konzentriertes Arbeiten braucht einen guten Ausgleich. Nach Feierabend treibt sie deshalb regelmäßig Sport und verbringt die Zeit mit ihrer Familie. Ihre zwei Jungs halten sie dabei in Bewegung.

Aus unserem Team

 Von einem besonderen Talent profitiert unsere neue Prophylaxeassistentin Sabrina Pedljic:
Als Linkshänderin kann sie beidhändig behandeln. „So habe ich immer den richtigen Winkel und kann meine Patienten sehr viel schonendener behandeln. Und natürlich ermüde ich nicht so schnell, weil ich ja beide Hände gleichmäßig einsetzen kann.“
Sie behandelt ganz besonders gerne Kinder und schult sie im Umgang mit Zahnbürste und Zahnseide. Über ihre fröhliche und geduldige Art freuen sich auch die Erwachsenen bei der Prophylaxe. Auch das Bleaching empfindet sie als spannende Aufgabe: „Es ist schön zu sehen, wenn sich Patienten mit dem Resultat so richtig wohl fühlen.“
Zuvor war sie in großen Praxen in München und Düsseldorf tätig. „Das war teilweise ganz schön wuselig. Hier freue ich mich über den viel kürzeren Arbeitsweg und das persönlichere Arbeiten.“
Wenn es ihre Zeit erlaubt, unterstützt sie ihre Mutter als freiberufliche Seniorenbegleiterin oder geht ins Fitnessstudio – den Rücken stärken.

Nicht das Bonusheft vergessen!

Nicht das Bonusheft vergessen!

Die Stempel in Ihrem Bonusheft sind bares Geld wert. Deshalb sollten Sie nicht zu spät einen Vorsorge- oder Prophylaxetermin vereinbaren! Das sichert Ihnen den Stempel.

So funktioniert das Bonusheft bei Erwachsenen: Wenn Sie Zahnarztbesuche über fünf Jahre lückenlos nachweisen können, erhöht sich der Festzuschuss zum Zahnersatz um 20 Prozent. Können Sie Untersuchungen über zehn Jahre nachweisen, steigt der Zuschuss der Krankenkasse sogar um insgesamt 30 Prozent.

So funktioniert das Bonusheft bei Kindern: Für Kinder ab dem 6. Lebensjahr und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr gibt es ein spezielles Vorsorge-Programm, das sogenannte „IP-Programm“ (IP= Individualprophylaxe). Vorgesehen sind zwei Besuche beim Zahnarzt pro Jahr. Deshalb gibt es auch zwei Stempel jährlich!

Ein Tipp: Falls erforderlich, tragen wir natürlich Stempel nach. Aber warten Sie bitte nicht zu lange damit!

Zahnschmerzen und Zahnfleischentzündung: Was bringt Homöopathie?

Homöopathie

Wer möchte schon Zahnschmerzen im Urlaub oder eine lästige Zahnfleischentzündung? Doch solche Probleme scheinen immer dann aufzutreten, wenn man gerade ein wenig zur Ruhe kommt …
Allerdings ist es nicht immer ein Vergnügen, im Urlaub einen Zahnarzt zu suchen. Dann kann vielleicht die Homöopathie bis zur Rückkehr helfen.
Dr. Helge Alfers: „Naturheilverfahren und Homöopathie können Zahnprobleme übergangsweise lindern. Sie eignen sich manchmal auch in Schwangerschaft und Stillzeit, wenn herkömmliche Schmerzmittel nicht angewendet werden sollten.“

Bei Zahnschmerzen kann nach seiner Erfahrung eine homöopathische Behandlung helfen: „Bewährt haben sich Apis D12 oder Arnica D12. Sie kann man auch nach einem größeren Eingriff zur Linderung einnehmen.“ Zudem solle sich der Patient unbedingt schonen.

Auch bei lästigen Apthen wisse die Homöopathie Rat: „Hier hilft vielen Patienten Apis/Belladonna cum Mercurio.“
Mercurius solubilis eigne sich grundsätzlich bei akuten Entzündungen – „aber bitte immer nur nach Rücksprache mit einem Heilpraktiker oder Arzt!“
Ganz wichtig: Wenn die Beschwerden nicht nach wenigen Tagen abklingen, muss ein Zahnarzt die ursache abklären!

Was bitte sind „Kreidezähne“?

30 Prozent der Zwölfjährigen haben eine Mineralisationsstörung des Zahnschmelzes (MIH).
Plastik-Spielzeug und Kinder-Quetschies in Plastik-Verpackungen stehen im Verdacht, die sogenannten „Kreidezähne“ zu verursachen.
„Kreidezähne“ bei Kindern und Jugendlichen sind ein junges Phänomen. Betroffen sind manchmal Milchzähne, vor allem aber die bleibenden Zähne. Sie sind gelb und braun verfärbt, weich und porös. Noch sind die Ursachen nicht eindeutig geklärt.
Die Erkrankung ist nicht erblich, sondern wird offensichtlich durch Umwelt und Ernährung ausgelöst. Dr. Helge Alfers betreut als Kinderzahnarzt in Mülheim betroffenen Familien. Er informiert zum Stand der Forschung: „Nach aktueller Forschungslage sind es Weichmacher, von denen ein Risiko ausgeht. Daher raten wir Eltern, Kunststoffe möglichst zu meiden. Das gilt für Spielzeug ebenso wie für Verpackungen.“
Besonders problematisch seien die sogenannten „Quetschies“: „Diese Nuckelbeutel mit Fruchtmus führen dazu, dass Kinder besonders lange Kontakt zur Kunststoffverpackung haben. Zudem schadet ein Übermaß von Fruchtsäure und -zucker den Zähnen.“
Eine Heilung gebe es derzeit nicht, und auch eine Therapie sei nur teilweise möglich. „Unsere Behandlung basiert auf regelmäßiger Prophylaxe für Kinder, meist mit Fluoridlack. Ergänzen können wir diese Therapie um eine Fissurenversiegelung. Später werden häufig Füllungen und Kronen notwendig.“

Verstärkung für die Prophylaxe

Zenja Jusic ergänzt unser großartiges Prophylaxe-Team.
Zenja Jusic ergänzt unser großartiges Prophylaxe-Team. Die gebürtige Kroatin ist Zahnarzthelferin und Fachärztin für Gesundheits- und Sozialwesen. „Ich habe lange Zeit in einer kleineren Praxis gearbeitet und konnte das Wissen aus meinen zahlreichen Fortbildungen nur teilweise nutzen“, berichtet sie, „hier kann ich von der individuellen Kinderprophylaxe bis zur komplexen Parodontalbehandlung arbeiten und es sehr genießen“. In ihrer Freizeit liest sie gerne. Um ihre Arbeit auszugleichen, spielt sie auch Tennis, geht Skifahren, ins Fitnessstudio oder zum Yoga.

Zahnfleisch: Säure & Schärfe schützen!

Saure Zitrone und scharfer Ingwer für gesündere Zähne
Saure Zitronen und scharf schmeckender Ingwer verleihen Speisen und Getränken eine besondere Geschmacksnote.
Doch beide Stoffe können viel mehr: Sie stimulieren die molekularen Abwehrkräfte im menschlichen Speichel. Das wiesen Forscher der Technischen Universität München und des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie nach.

Drs. Raymond Metz erklärt: „Speichel enthält neben Schleimhaut- und Immunzellen Moleküle mit wichtigen biologischen Aufgaben. Er ist damit für die Gesundheit von Zähnen und Zahnfleisch entscheidend.“
Zugleich sei er Barriere gegen Krankheitserreger von außen: „Hier wirken das 6-Gingerol aus Ingwer ebenso wie die Zitronensäure. Sie erhöhen die Menge antimikrobiell wirkender Moleküle. Die Studie zeigt anhand von Bakterienkulturen, dass beide zusammen das Wachstum schädlicher Bakterien fast komplett stoppen.“

Also doch: Zucker fördert Karies

Zucker fördert Karies
Der Zucker eines Glases Apfelschorle täglich genügt offenbar, damit sich die Mundflora erheblich verändert. Das haben Forscher des Uniklinikums Freiburg erstmals nachgewiesen.
Dr. Helge Alfers erläutert die Zusammenhänge: „Besonders schädlich sind Bonbons oder süße Getränke, bei denen der Zucker lange im Mund bleibt. Dadurch vermehren sich Bakterienarten, die als Abfallprodukt viel Säure produzieren. Schützende Bakterienstämme gehen hingegen verloren.“ Was hilft als Vorbeugung? „Industriezucker meiden, zahnfreundliche Süßungsmittel wählen.“ Zwar würden regelmäßiges Zähneputzen und die Prophylaxe den Bakterienfilm immer wieder entfernen. Sie könnten aber nichts gegen die Zunahme der schädlichen Bakterien und damit das höhere Kariesrisiko ausrichten.